Auflösung: Der Betrachtungsabstand entscheidet
Die häufigste Frage im Datencheck – und die am häufigsten falsch beantwortete: Wie viel Auflösung braucht mein Motiv? Die Antwort hängt nicht vom Produkt ab, sondern vom Betrachtungsabstand. Ein Aufkleber auf dem Laptop wird aus 30 cm Entfernung betrachtet, eine Fassadenplane aus 20 m. Was aus der Nähe pixelig wirkt, ist aus der Distanz gestochen scharf – Ihre Augen kleben schließlich nicht an der Plane.
| Produkt | Betrachtungsabstand | Auflösung im Endformat |
|---|---|---|
| Aufkleber, Etiketten, Fahrzeugbeschriftung | unter 0,5 m | 300 dpi |
| Poster, Schilder, Rollup-Displays | 1 bis 3 m | 100 bis 150 dpi |
| Planen und Banner | 3 bis 10 m | 70 bis 100 dpi |
| Riesenposter, Fassadenwerbung | über 10 m | 50 dpi genügen |
Praxis-Tipp: Alle dpi-Angaben gelten für die Endgröße im Maßstab 1:1. Legen Sie ein 5-m-Banner im Maßstab 1:10 an, multiplizieren Sie die Auflösung mit 10 – aus 50 dpi werden in der Arbeitsdatei also 500 dpi.
Beschnittzugabe: von 2 mm bis 5 cm
Kein Schneidplotter und keine Konfektionierung arbeitet auf den Zehntelmillimeter genau. Damit nach dem Schnitt keine weißen Blitzer am Rand entstehen, muss das Motiv über das Endformat hinauslaufen:
- Aufkleber und Kleinformate: 2 mm umlaufend
- Schilder und Plattendirektdruck: 5 bis 10 mm umlaufend
- Planen mit Saum und Ösen: 25 bis 50 mm umlaufend, je nach Konfektion
Hintergründe und Bilder ziehen Sie bis in die Zugabe hinein. Texte und Logos rücken dagegen mindestens 3 mm (Kleinformat) bzw. 10 mm (Großformat) vom Endformat nach innen – das ist der Sicherheitsabstand. Schnittmarken lassen Sie im Großformat komplett weg: Geschnitten wird nach dem Dateiformat, nicht nach Marken.
Farben: CMYK statt RGB
Monitore leuchten in RGB, Druckmaschinen mischen CMYK. Wer RGB-Daten liefert, überlässt die Umrechnung dem Zufall – und wundert sich, warum das knallige Grün gedeckt und das Orange bräunlich ankommt. Konvertieren Sie deshalb selbst in CMYK, mit einem Standard-Druckprofil wie ISO Coated v2. Dann sehen Sie die Farbverschiebung schon am Bildschirm und nicht erst am fertigen Banner.
Zwei Klassiker aus 25 Jahren Datencheck:
- Schwarze Flächen: Reines 100 % K wirkt im Großformat gräulich. Ein Tiefschwarz aus 60/50/40/100 deckt satt. Kleiner Text bleibt dagegen bei 0/0/0/100 – sonst blitzen bei minimalen Passerdifferenzen farbige Ränder auf.
- Farbauftrag: Mehr als 300 % Gesamtfarbauftrag trocknet schlecht und schmiert in der Weiterverarbeitung. 400 % – alle Kanäle voll – sind tabu.
Schriften einbetten, PDF/X liefern
Eine fehlende Schrift ist der häufigste Grund für Rückfragen. Zwei sichere Wege gibt es: Betten Sie beim PDF-Export alle Schriften vollständig ein, oder wandeln Sie Texte in Pfade um. Pfade sind narrensicher, lassen sich aber nachträglich nicht mehr korrigieren – lesen Sie den Text also vorher noch einmal gegen.
Als Dateiformat bevorzugen wir PDF/X, idealerweise PDF/X-4: Der Standard erzwingt eingebettete Schriften und definierte Ausgabefarbräume, offene Dateiformate aus Bildbearbeitung oder Büroprogrammen bergen dagegen Überraschungen. Legen Sie die Datei im Maßstab 1:1 an; bei Formaten über 5 m Kantenlänge vermerken Sie den Maßstab im Dateinamen, etwa „Banner_1zu10.pdf“.
Konturschnitt: CutContour als Vektorpfad
Sollen Ihre Aufkleber in Form geschnitten werden, braucht der Plotter eine eigene Schnittlinie – als Vektorpfad, niemals als Pixellinie. So legen Sie sie an:
- Erstellen Sie eine Volltonfarbe (Sonderfarbe) mit dem exakten Namen CutContour; als Darstellung ist 100 % Magenta üblich.
- Weisen Sie diese Farbe einem geschlossenen Pfad zu – Konturstärke 0,25 pt, auf Überdrucken gestellt, damit die Linie nicht mitgedruckt wird.
- Halten Sie den Pfad einfach: Radien statt spitzer Ecken, keine Details unter 3 mm, keine sich kreuzenden Linien.
Der Name muss buchstabengetreu stimmen: „Cutcontour“, „Schnitt“ oder „Kontur“ erkennt der automatische Workflow nicht. Die Datei landet dann im manuellen Check – und das kostet Sie im Zweifel einen Tag Produktionszeit.
Ösen, Saum und der letzte Check
Bei Planen und Bannern wird der Rand konfektioniert: Der Saum schlägt rund 3 cm nach hinten um, die Ösen sitzen etwa 2 cm vom Rand in den Ecken und dazwischen alle 50 cm. Halten Sie deshalb umlaufend 5 cm frei von Texten, Logos und wichtigen Bildteilen – durchlaufende Hintergründe sind dagegen ausdrücklich erwünscht, sie verschwinden einfach im Saum.
Und wenn doch etwas nicht passt? Jede Bestellung durchläuft bei uns einen kostenlosen Basis-Datencheck: Wir prüfen Format, Auflösung, Farbmodus, Beschnitt und eingebettete Schriften. Fällt etwas auf, melden wir uns, bevor die Maschine läuft.
Wichtig: Der Datencheck prüft die Technik, nicht den Inhalt. Tippfehler, veraltete Telefonnummern oder ein vergessener Preis fallen nur Ihnen auf. Einmal lautes Korrekturlesen vor dem Upload erspart im Zweifel eine komplette Neuauflage.
Oder direkt loslegen: zum Sortiment der Aufkleberhelden.